Mi, 15.01.2025
Maul- und Klauenseuche in Deutschland
Weiterhin gilt: Biosicherheit beachten, auf Jagdreisen nach Brandenburg vorerst verzichten!
Nachdem letzten Freitag, 10. Januar, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) die Infektion von 3 Wasserbüffeln aus Märkisch-Oderland in Brandenburg mit dem Maul- und Klauenseuche-Virus (MKS) bestätigte, ist der Eintragsweg weiterhin unbekannt. Es handelt sich um den Serotyp O, der im Nahen Osten und Asien vorkommt. Alle notwendigen epidemiologischen Ermittlungen sind eingeleitet. Um den Ausbruchsbestand wurden im Radius von 3 km eine Schutzzone und im Radius von 10 km eine Überwachungszone eingerichtet. Innerhalb der Schutz- und Überwachungszone wurden alle vorgesehenen Maßnahmen durch das zuständige Veterinäramt angeordnet. Eine Ausbreitung auf andere Tierbestände wurde bislang nicht festgestellt. Trotzdem wurde neben der Keulung des Ausbruchsbestandes vorsorglich die Keulung von empfänglichen Tieren aus benachbarten Betrieben durchgeführt, darunter 170 Schweine, 55 Schafe und Ziegen sowie drei Rinder. Die MKS ist eine reine Tierseuche und nicht auf den Menschen übertragbar, also keine Zoonose. Fleisch, Milch und Milchprodukte können weiterhin bedenkenlos verzehrt werden.
Folgen für Niedersachsen
Niedersachsen ist aktuell nicht von Sperrzonen betroffen. Allerdings hat Deutschland durch den
Ausbruch den Status „MKS-frei“ verloren. Dies geht mit entsprechenden Handelseinschränkun-
gen einher. Aufgrund der Seuchensituation wird von einem deutlich erhöhten Risiko einer Einschleppung des Erregers in nds. Klauentierbetriebe durch überregionale Veranstaltungen mit Nutztieren
ausgegangen. Daher hat das LAVES als zuständige Behörde Veranstaltungen mit Klauentieren bis einschließlich 17.01.2025 untersagt. Die Beschränkungen für Veranstaltungen mit Pferden und Geflügel können hier nachgelesen werden: https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presse/presseinformationen/maul-und-klauenseuche-niedersachsen-untersagt-veranstaltungen-mit-klauentieren-238615.html.
Weiterführende Informationen zu MKS
Häufig gestellte Fragen: https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/tierseuchen_tierkrank-
heiten/schwein/maul_und_klauenseuche/maul_und_klauenseuche/haeufig-gestellte-fragen-zu-
maul-und-klauenseuche-21689.html
Steckbrief zu MKS: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/maul-und-klauenseuche/
DBV-Präsident Rukwied zu MKS
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, fordert Bund und Länder auf, alles daran zu setzen, das Seuchengeschehen schnellstmöglich, mit aller Kraft und konsequent zu bekämpfen: „Jetzt zählen Schnelligkeit und Entschlossenheit! Es muss alles darangesetzt werden, um diesen Ausbruch einzudämmen. Dabei müssen Bund und Länder gemeinsam mit der Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Obwohl das Virus für den Menschen völlig ungefährlich ist, ist der wirtschaftliche Schaden für die Tierhalter erheblich, weil Exportmärkte wegfallen werden. Wir brauchen daher auch Lösungen, die die Tierhalter entlasten. Die tierhaltenden Betriebe sind zudem gefordert, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und nochmals zu verstärken.“