Nach der Schwäche kommen springende Weizenkurse, die zwar das Interesse der Marktteilnehmer nicht bremsen, wohl aber die Verhandlungen, weil die Preisvorstellungen nicht passen.
(AMI) Paris schloss am 22.01.25 mit 230 EUR/t auf dem Fronttermin; kam von 234 EUR/t am 13.01.25, rutschte zwischenzeitlich auf 226 EUR/t und liegt nun immerhin 1,75 EUR/t über Vorwochenlinie. Erzeuger, denen ihre Lagervorräte unter den Nägeln brennen, verfolgen zeitnah die Kursbewegungen und versuchen Kursspitzen zum Verkauf zu nutzen, treffen dann allerdings auf Käufer, die in diesem Moment gerade nicht kaufen wollen. Und so rettet sich der Brotgetreidemarkt von einem Tag zum anderen ohne nennenswerte Umsätze. Etwas läuft immer etwas, vorrangig Liefertermine ab März 25, auch wenn einige Anbieter ihre Lager lieber heute als morgen geleert hätten. Erfassungshandel und Verarbeiter beklagen daher auch, dass auf den späten Lieferterminen kaum noch Offerten aus der Landwirtschaft kommen. Aber da keine Aufgelder für diese späten Termine bewilligt werden, ist die Verkaufszurückhaltung verständlich. Hinsichtlich der kommenden Ernte sind neue Vertragsabschlüsse seltener geworden, was an den schwächeren Geboten liegt. In Ostdeutschland haben Mahlweizen gegenüber Vorwoche im Preis nachgegeben, während Futterweizen allerdings fester tendiert. Erzeuger spekulieren in den kommenden Wochen mit steigenden Preisen, gestützt von weniger Ware aus den typischen Exportregionen bei gleichzeitig geringeren Vorräten in Westeuropa.
Alterntiger Brotweizen hat in der 4. KW ordentlich an Boden verloren und wird im Schnitt mit 205,20 (190-220) EUR/t rund 3,70 EUR/t bewertet. Qualitätsweizen büßt auf 227,60 (210-240) EUR/t rund 3,20 EUR/t ein und Eliteweizen sogar 5,65 auf 247,90 (239-260) EUR/t. Damit kostet Eliteweizen aktuell genau so viel wie in der 4. KW der zurückliegenden fünf Jahre. Qualitätsweizen liegt 2 % darunter, Brotweizen 7 %.
Demgegenüber sind die Preisnachläse für Brotroggen mit knapp 0,70 auf 172,25 (160-190) EUR/t eher marginal. Und auch Braugerste gibt „nur“ um 1,40 auf 220,40 (210-235) EUR/t nach; setzt damit seinen Abwärtstrend allerdings stetig fort. So wenig wurde Erzeugern zuletzt im August 2021 gezahlt. Da Futtergerste in den vergangenen Wochen eine entgegengesetzte Preisentwicklung aufwies, nähern sich beide stetig an, die Differenz sind nur noch 38 EUR/t, genau 100 EUR/t weniger als vor einem Jahr. Und die beiden dürften sich noch weiter annähern, denn während Futtergerste knapp ist und gesucht wird, ist Braugerste reichlich und ohne Nachfrage.
Mit der Feldbestandsentwicklung sind Erzeuger vorerst zufrieden, auch wenn teils die schützende Schneedecke bereits wieder geschmolzen ist, haben sich gleichzeitig auch die Temperaturen erhöht. Sichtbar werden kleinere Frostschäden, bzw. Schäden aufgrund der Dauernässe aber erst, wenn die Vegetation wieder startet.