Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

04.09.2025
Dialog und Einblicke bei Masterrind in Verden

Kirche trifft Landwirtschaft

Rund 60 Teilnehmende folgten am 3. September 2025 der Einladung des Landvolk-Bezirksverbandes Stade und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (Sprengel Stade) zur traditionsreichen Veranstaltung „Kirche trifft Landwirtschaft“ bei MASTERRIND in Verden. Neben einem Rundgang und einem Vortrag zur Arbeit bei Masterrind gab es sowohl Einblicke in die kirchlichen als auch in die landwirtschaftlichen der Zeit. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Segen von Superintendentin Susanne Wendorf-von Blum.

Tradition und Dialog

„Es ist eine gute Tradition, die wir über viele Jahre aufrechterhalten haben“, betonte Alexander von Hammerstein, Vorsitzender des Landvolk-Bezirksverbands Stade. zur Begrüßung. Für beide Seiten gebe es zahlreiche Anknüpfungspunkte im ländlichen Raum. Und Hermann-Jürgen Schmidt von der Masterrind ergänzte: „Das passt hier schon – Landwirtschaft und Kirche.“

Einblicke in die Bullenhaltung und das Labor

Beim Rundgang durch die Stallungen erhielten die Gäste spannende Einblicke in die Arbeitsweise von MASTERRIND:

• In zwei Ställen werden rund 250 Bullen gehalten, darunter ein Quarantänestall.

• Vier Tage pro Woche werden Bullen zur Samenentnahme eingesetzt – streng überwacht per Ohrmarkenscan, um Verwechslungen auszuschließen.

• Das gewonnene Sperma wird zunächst visuell kontrolliert, anschließend im Labor weiterverarbeitet.

Auch die Arbeit im Labor wurde fachmännisch in einzelnen Schritten erklärt:

• Messung von Dichte und Volumen sowie Qualitätskontrolle per Software

• Verdünnung mit Puffersubstanzen, Eigelb und Fruktose zum Schutz der Zellen

• Abfüllung in Pailletten und kontrollierte Tiefkühlung auf –150 Grad.

• Mikrobiologische Tests stellen sicher, dass keine Keime weitergetragen werden.

Kirche im ländlichen Raum

Superintendent Dr. Martin Krarup ging in seinem Vortrag auf die Herausforderungen der Kirche ein: „Wir müssen im Gespräch mit den Menschen in den Dörfern bleiben. Die sinkenden Mitgliederzahlen sind nun Realität. Gleichzeitig wollen wir junge Menschen für Engagement in der Kirche gewinnen.“ Darüber hinaus betonte er die Klimaziele der Landeskirche: „Wir wollen bis 2045 klimaneutral sein. Dazu gehört auch der Austausch mit unseren Pächtern über die Klimabilanz.“ Dass dieser stets fair und im Miteinander geschehen solle, forderten die anwesenden Landwirte im Raum.

Landwirtschaftliche Perspektiven

Zum Abschluss berichteten Alexander von Hammerstein und Jörn Ehlers vom Landvolk über aktuelle Themen der Landwirtschaft: von Ernteergebnissen („okay bis gut“), über Wetter- und Biosicherheitsfragen bis hin zu Mindestlohn, Planungssicherheit und schwierigen Preisperspektiven. „Etwas Wetter ist noch übrig“, hieß es augenzwinkernd mit Blick auf die Wetterstation. Die Veranstaltung zeigte erneut, wie eng Kirche und Landwirtschaft im ländlichen Raum miteinander verbunden sind – sei es in Fragen von Tradition, Klimaschutz oder Zukunftsperspektiven.

02.09.2025
Agrarstrukturgesetz: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Landvolk fordert Korrekturen des Entwurfs, um bäuerliche Strukturen zu sichern

Das Landvolk Niedersachsen sieht im neuen Gesetz zur Sicherung und Verbesserung der bäuerlichen Agrarstruktur in Niedersachsen (kurz: Agrarstrukturgesetz) erheblichen Nachbesserungsbedarf. Zwar sei der politische Wille, bäuerliche Strukturen zu stärken, erkennbar – die Umsetzung aber gehe in einigen Regelungsbereichen in eine völlig falsche Richtung. „Wir Landwirte haben uns das nicht ausgesucht, sondern bekommen erneut sehr kritische Punkte aufgedrückt“, kritisiert Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg den am vergangenen Dienstag vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf. Positiv sei lediglich, dass einzelne Anmerkungen aus der Verbandsbeteiligung berücksichtigt wurden.

„Doch aktuell ist es für Niedersachsens Landwirte ein Agrarstrukturverschlimmerungsgesetz“, fasst Kohlenberg zusammen. Am Mittwoch, den 3.9.25, wird Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte in einer Pressekonferenz das neue Agrarstrukturgesetz vorstellen.

Besonders im Landpachtverkehrsrecht erkennt der Verband massive Probleme. Der Ansatz für den Beanstandungsgrund der nachteiligen Flächenanhäufung, das Vierfache des niedersächsischen Durchschnittsbetriebs (292 ha) anzusetzen, sowie die Regelung zur Bestimmung der durchschnittlichen Pachtpreishöhe seien praxisfern und abzulehnen. „Die Regelungen könnten die Pachtpreise weiter in die Höhe treiben, also einen gegenteiligen Effekt hervorrufen, die bäuerliche Betriebe kaum noch stemmen können. Stattdessen braucht es eine realitätsgerechte Bewertung, die die Wirtschaftlichkeit von Familienbetrieben nicht gefährdet“, fordert Kohlenberg.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Geschäfte im Grundstücksverkehrsrecht, bei denen die Genehmigung zu erteilen ist. Hier sollen zukünftig für eine Naturschutzmaßnahme neben anerkannten Naturschutzvereinigungen und kommunalen Körperschaften auch andere Naturschutzträger privilegiert werden. Für das Landvolk ist dies „nicht akzeptabel“, da wertvolle Flächen so dem Nahrungsmittelanbau entzogen werden könnten. „Das führt zu weiterer Flächenverknappung und erhöht den Druck auf unsere Betriebe enorm“, sagt Kohlenberg. Auch zusätzliche Zugriffsmöglichkeiten für öffentlich-rechtliche Körperschaften hinsichtlich Hochwasser- oder Küstenschutzmaßnahmen würden die Flächenkonkurrenz verschärfen.

Zudem warnt das Landvolk vor einem weiteren Bürokratie-Monster. Schon jetzt seien die Grundstücksverkehrsausschüsse stark belastet. Durch die neuen Regelungen drohe eine Überforderung – samt steigender Kosten für Landkreise und Landwirtschaftskammer. „Das widerspricht jeder Ankündigung zur Entbürokratisierung“, betont Kohlenberg.

Das Landvolk kündigt an, nunmehr gegenüber dem zuständigen Agrarausschuss des niedersächsischen Landtags klar Position zu beziehen. „Wir haben unsere Knackpunkte von Beginn an benannt. Nun muss die Politik den Mut haben, Fehler zu korrigieren. Nur mit praxistauglichen Regeln kann das Ziel, bäuerliche Strukturen zu sichern, tatsächlich erreicht werden – andernfalls droht das Gesetz genau das Gegenteil zu bewirken“, appelliert Kohlenberg.

02.09.2025
E-Mail-Newsletter von Tennet & TransnetBW

zum SuedLink-Bau im südlichen Landkreis Rotenburg sowie im Heidekreis

Kürzlich ist ein neuer E-Mail-Newsletter zum SuedLink-Bau im südlichen Landkreis Rotenburg sowie im Heidekreis gestartet. Ziel dieses Newsletters ist es, alle Interessierten während der Bauphase zeitnah und unkompliziert auf dem Laufenden zu halten.

Der Newsletter soll insbesondere darüber informieren,

• wo aktuell SuedLink-Baustellen eingerichtet sind,
• welche Arbeiten dort stattfinden, und
• welche Auswirkungen die Bauaktivitäten auf Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Öffentlichkeit haben können.

Abonniert werden kann der Newsletter für Abschnitt B1 HIER.

Die erste Ausgabe ist HIER zu finden.

02.09.2025
Ehlers: „Grillen geht immer – gerne mit mehr Schwein“

Agrill-Bauwettbewerb setzt positives Zeichen / Schweinehaltung unter Druck

Auch wenn die EU-Kommission für 2025 eine stabile Fleischproduktion erwartet und Schweinefleisch beim Fleischverzehr noch dominierend ist – Konsum und Erzeugung von Schweinefleisch werden zukünftig weiter sinken. „Ein Blick auf die Strukturen zeigt den tiefgreifenden Wandel: Im November 2024 wurden in Deutschland 21,18 Millionen Schweine gehalten – der niedrigste Wert seit 1990. Gegenüber 2020 bedeutet das einen Rückgang um fast 19 Prozent. Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den Betrieben: Heute halten nur noch rund 15.620 Höfe Schweine, 2010 waren es mehr als doppelt so viele. Gleichzeitig ist die Zahl der Tiere pro Betrieb deutlich gestiegen – durchschnittlich auf 1.356 Schweine“, führt Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers gegenüber dem Landvolk-Pressedienst aus.

„Diese Zahlen zeigen, dass die Schweinehaltung in Deutschland in eine Schieflage geraten ist“, warnt Ehlers. „Die Betriebe werden weniger, die Bestände konzentrieren sich – und das bei gleichzeitig sinkendem Konsum. Für viele Familienhöfe ist das ein existenzielles Problem.“ Umso wichtiger sei es, das Image von Schweinefleisch wieder zu stärken. Ein positives Beispiel liefert hier die Agrill-Aktion: Noch bis zum 30. September 2025 läuft der große Bauwettbewerb für mobile Grillvarianten, bei dem kreative Grillideen gefragt sind. Ob es ein Grill für die Fronthydraulik ist, wie der der Lehrwerkstatt der Firma Krone, der bereits auf der EuroTier 2024 vorgestellt wurde, oder Grills in Schweineform oder mobile BBQ-Wagen – der Fantasie für die drei Kategorien Low Budget, Luxury und Creative sind keine Grenzen gesetzt.

„Diese Idee war der Auftakt für einen Bauwettbewerb für alle Technik- und Grillfans, die 2025 einen mobilen Grill bauen wollen – und das ist mehr als nur ein Spaßwettbewerb“, betont Ehlers. „Es zeigt spielerisch, wie eng Schweinefleisch, Esskultur und Landwirtschaft zusammengehören. Und es rückt die Arbeit unserer Bauern in ein positives Licht.“ Infos zum Wettbewerb gibt es HIER. Die Gewinner werden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung während der Agritechnica am 11. November 2025 bekannt gegeben.

Für das Landvolk ist klar: Mitmachen lohnt sich doppelt – einerseits wegen des Wettbewerbs, andererseits als klares Signal für regionale Produkte. „Wer Schweinefleisch aus Niedersachsen kauft und genießt, unterstützt Familienbetriebe und erhält eine vielfältige Landwirtschaft“, sagt Ehlers. Aktionen wie der Agrill-Bauwettbewerb sollen zeigen: Schweinefleisch bleibt unverzichtbar – und verdient auch in Zukunft einen festen Platz auf dem Grill.

02.09.2025
Wir suchen Dich!

Reinigungskraft (m/w/d) für unseren Standort Rotenburg

Wir suchen zum 01.02.2026 eine Reinigungskraft (m/w/d) in Teilzeit (16-20 Std./Woche) für unseren Standort zum Flugplatz 5 in 27356 Rotenburg (Wümme):

Wir sind die landwirtschaftliche Interessenvertretung für den Raum Rotenburg (Wümme) und Verden (Aller) sowie Agrar-, Rechts- und Steuerberatung für ca. 2.100 landwirtschaftliche Betriebe in unserer Region.

Ihre Aufgaben umfassen:
• Als Reinigungskraft sind Sie für die gründliche Reinigung verschiedener Räumlichkeiten am Standort Rotenburg (Wümme) verantwortlich und tragen somit maßgeblich zur Sauberkeit und dem Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden sowie der Besucherinnen und Besucher bei
• Durchführung der täglichen Unterhaltsreinigung in Büroräumen, Besprechungsräumen, Fluren und sanitären Anlagen
• Entsorgung des Abfalls und Trennung nach Vorschriften
• Auffüllen von Verbrauchsmaterialien (z.B. Seife, Toilettenpapier)

Sie bieten/zeigen:
• Erfahrungen in der Reinigungsbranche sind wünschenswert, aber nicht erforderlich
• Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit bei der Ausführung Ihrer Aufgaben
• Teamfähigkeit und gute kommunikative Fähigkeiten
• Gewisse Flexibilität

Sie erhalten:
• Ein überdurchschnittliches Gehalt für den Bereich
• Einen sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz
• Geregelte Arbeitszeiten von Montag bis Freitag
• Ein freundliches und respektvolles Arbeitsumfeld
• Einen unbefristeten Arbeitsvertrag

Wir freuen uns auf die Zusendung Ihrer Bewerbungsunterlagen mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen unter bewerbung@landvolk-row-ver.de. Bei Rückfragen melden Sie sich gerne telefonisch in unserem Rotenburger Sekretariat unter: 0 42 61 63 03 200.

28.08.2025
Herbstsaataktion: Kostenfreies Regio-Saatgut für lebendige Wegränder

Stiftung Kulturlandpflege und Landvolk rufen zur Teilnahme an Aktion 2025 auf

Mit einer gemeinsamen Aktion wollen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen die Artenvielfalt entlang der Wirtschaftswege stärken. Ziel ist es, die Seitenräume von Wegen ökologisch aufzuwerten und die Biotopvernetzung zu verbessern. Im Rahmen der Herbstsaataktion 2025 werden 25 kostenfreie Pakete mit Regio-Saatgut zur Verfügung gestellt. Interessierte können sich ab sofort bewerben, es gilt das Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, sät zuerst. „Wegränder sind in der Agrarlandschaft wertvolle Rückzugsräume für Wildpflanzen, Kleinsäuger und Bodenbrüter“, betont Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Um diese Lebensräume dauerhaft zu sichern, hat die Stiftung gemeinsam mit dem Landvolk die Wegrandinitiative ins Leben gerufen.

Die Praxis zeigt: Viele gute Ideen zur ökologischen Aufwertung von Wegrändern scheitern an den Kosten für hochwertiges, standortgerechtes Saatgut sowohl bei den Jagdgenossenschaften als auch bei den landwirtschaftlichen Anliegerinnen und Anliegern. „Genau hier setzt unsere Aktion an. Mit den 25 kostenfreien Saatgutpaketen wollen wir Hürden abbauen und den Zugang erleichtern“, erklärt Dr. Nataly Jürges, Umweltreferentin beim Landvolk Niedersachsen. Teilnahmeberechtigt sind Mitglieder des Landvolks oder von Jagdgenossenschaften. Voraussetzung ist eine kurze Beschreibung, welcher Wegrand mit dem Saatgut aufgewertet werden soll und wie die zukünftige Pflege des Wegrands organisiert wird.

Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges unterstreicht die Bedeutung der Aktion: „Mit der Herbstsaataktion 2025 leisten wir einen Beitrag dazu, das Potenzial der Wegränder für Artenvielfalt und Biotopvernetzung optimal zu nutzen. Damit tragen wir auch praktisch zum Gelingen des Niedersächsischen Wegs bei.“

Alle Infos sowie das Bewerbungsformular sind HIER zu finden. Mitmachen lohnt sich – für mehr Vielfalt und lebendige Wegränder in Niedersachsen!

28.08.2025
Vorbeugen statt Bekämpfen: Tiergesundheit sichern

Landvolk-Podcast zur Biosicherheit in der Tierhaltung stellt neue Konzepte vor

Biosicherheit ist mehr als ein Schlagwort – sie entscheidet über Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. „Je besser wir vorsorgen, desto geringer sind die Schäden für Tierhalter, Verbraucher und Gesellschaft“, so das Fazit der Gäste der neuen Folge des Landvolk-Podcasts zum Projekt „tierischGut aus Niedersachsen“. Unter dem Motto „Gestalten und nicht verwalten“ rücken Dr. Ursula Gerdes, Dr. Wiebke Scheer und Manfred Tannen die gemeinsam entwickelten Konzepte in den Mittelpunkt. Hintergrund sind zunehmende Tierseuchenausbrüche in Deutschland und Europa sowie neue gesetzliche Anforderungen durch das EU-Tiergesundheitsrecht.

„Die aktuelle Seuchenlage ist so ernst wie seit 30 Jahren nicht mehr“, stellt Dr. Ursula Gerdes, Tierärztin und Geschäftsführerin der Niedersächsischen Tierseuchenkasse, fest. Neben bekannten Krankheiten wie Geflügelpest, Rinderherpes oder Tuberkulose treten zunehmend neue Erreger auf – darunter die Blauzungenkrankheit (Serotyp 3), die Afrikanische Schweinepest (ASP), das West-Nil-Fieber oder die Lumpy Skin Disease (LSD) bei Rindern. Ursachen sind vor allem Klimawandel und Globalisierung: Exotische Mückenarten sowie internationale Warenströme tragen Viren nach Europa, die dort auf Tiere treffen, die sehr schnell sehr krank werden, weil sie sich nie zuvor mit einem solchen Erreger auseinandergesetzt haben. „Die Gefahr eines Ausbruchs hochansteckender Tierseuchen ist in den vergangenen Jahren viel größer geworden“, fasst Gerdes die Ereignisse zusammen.

Die Folgen sind gravierend. Bei Ausbrüchen drohen Tierverluste, Sperrzonen und erhebliche wirtschaftliche Schäden. So beliefen sich die Kosten des ASP-Ausbruchs im Emsland zuletzt auf rund 15 Millionen Euro. „Besonders problematisch ist, dass Produkte aus Sperrzonen selbst bei nachweislich gesunden Tieren im Handel kaum Absatz finden“, sagt Dr. Wiebke Scheer, Referentin für Veterinärwesen beim Landvolk Niedersachsen. Die Biosicherheit umfasse daher alle Maßnahmen, die eine Einschleppung oder Verbreitung von Erregern verhindern. Dazu gehören beispielsweise Stallhygiene, Schutzkleidung für Besucher oder die räumliche Trennung von Wild- und Haustieren. „Das Ziel ist es, Risiken zu minimieren, auch wenn sie nie vollständig auszuschließen sind“, betont Gerdes.

Die Tierhaltung bringe Wertschöpfung und Lebensqualität in die ländlichen Bereiche, hebt Manfred Tannen, Milchviehhalter aus Ostfriesland und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, hervor. „Für uns Landwirte geht es nicht nur um Tierwohl und Seuchenschutz, sondern auch um Ernährungssicherheit und Wirtschaftlichkeit“, verdeutlicht er. Zudem stärke eine hohe Biosicherheit das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern und Märkten – auch international.

Mit Inkrafttreten des neuen EU-Tiergesundheitsrechts 2021 wurden die Anforderungen an Landwirtinnen und Landwirte sowie Tierärztinnen Tierärzte zur Biosicherheit erstmalig konkretisiert. Auch Kleinst- und Hobbyhalterinnen und Halter sind demnach verpflichtet, Mindeststandards einzuhalten. Vor diesem Hintergrund hat Niedersachsen spezifische Biosicherheitskonzepte für Schweine, Geflügel und Rinder entwickelt. „Die Konzepte sind ein Produkt intensiver Zusammenarbeit“, berichtet Dr. Scheer. In Arbeitsgruppen mit Behörden, Verbänden, Wissenschaft sowie Praktikerinnen und Praktikern entstanden praxisnahe Konzepte. Neben den gesetzlichen Vorgaben enthalten diese Konzepte fachliche Empfehlungen zu den jeweiligen Risiken und für die einzelnen Tierarten, um gemeinsam mit dem Hoftierarzt einen betriebsindividuellen Biosicherheitsmanagementplan zu erstellen.

Die Niedersächsische Tierseuchenkasse finanziert seit Jahren Prophylaxeprogramme, etwa Impfungen oder Untersuchungen auf Rinderherpes. „Vorbeugung ist günstiger als Bekämpfung und vermindert Leid bei Mensch und Tier“, sagt Gerdes. Deshalb übernimmt die Behörde auch Kosten für die Biosicherheitsberatung auf den Höfen. Bereits mehr als 1.400 Managementpläne wurden erstellt und die Erfahrungen aus der Praxis fließen kontinuierlich in die Konzepte ein. „Wir nehmen gerne Anregungen auf“, sagt Tannen. So soll ein „lebendes Dokument“ entstehen, das laufend an neue Herausforderungen angepasst wird und letztlich zu einem „Tiergesundheitskonzept“ für den gesamten Hof wird. Anzuhören ist der Podcast ab sofort HIER bei Spotify.

26.08.2025
Tag des offenen Hofes 2026

Jetzt mitmachen und Landwirtschaft erlebbar machen!

Liebe Mitglieder,

am 7. Juni 2026 ist es wieder so weit: In ganz Niedersachsen öffnen im Rahmen des Tages des offenen Hofes zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe ihre Tore für die Öffentlichkeit. Auch in unserem Verbandsgebiet möchten wir erneut mit engagierten Höfen vertreten sein – und laden Sie herzlich ein, dabei zu sein!

Warum sich die Teilnahme für Sie lohnt:

• Positive Wahrnehmung schaffen: Nutzen Sie die Chance, Ihr Engagement, Ihre Arbeitsweise und die Vielfalt Ihres Betriebes einem breiten Publikum zu zeigen – authentisch, transparent und direkt vor Ort. • Dialog mit Verbraucherinnen und Verbrauchern: Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wie ihre Lebensmittel produziert werden. Der Tag des offenen Hofes bietet eine ideale Plattform, um ins Gespräch zu kommen, Fragen zu beantworten und Vertrauen aufzubauen. • Regionale Wertschätzung stärken: Wer seine Arbeit zeigt, wird gesehen. Ihre Teilnahme leistet einen wertvollen Beitrag zur Wertschätzung der regionalen Landwirtschaft. • Gemeinschaft erleben: Sie müssen nicht alles allein auf die Beine stellen – der Austausch mit Berufskollegen, Nachbarhöfen oder lokalen Initiativen kann den Tag zusätzlich bereichern.

Wir unterstützen Sie bei der Planung und Durchführung – von der Ideenfindung über die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Fragen rund um Versicherung, Genehmigungen und Organisation. Der Landesverband steht ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite.

Sie überlegen, ob Ihr Hof geeignet ist oder haben erste Ideen? Melden Sie sich gern bei uns! Gemeinsam entwickeln wir ein passendes Konzept, das zu Ihrem Betrieb und Ihren Möglichkeiten passt.

???? Ansprechpartnerin: Silke Aswald – aswald@landvolk-row-ver.de

Machen Sie mit – zeigen wir gemeinsam, wie vielfältig, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert unsere Landwirtschaft ist!

Mit freundlichen Grüßen Euer Landvolk-Team

18.08.2025
Infotag Herdenschutz

Landvolk Bezirksverband Stade lädt ein

Liebe Mitglieder,

das Herdenschutz-Beraterteam der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Landvolk-Bezirksverband Stade e.V. laden Sie herzlich zum Infotag Herdenschutz ein.

???? Donnerstag, 04. September 2025 ???? Beginn: 10:00 Uhr ???? Düvelshagen, 27299 Langwedel, OT Völkersen (Bitte vor Ort der Beschilderung und den Fahnen folgen)

Ziel der Veranstaltung ist es, weidetierhaltende Landwirte im Haupt- und Nebenerwerb sowie private Tierhalter über die Möglichkeiten und Grenzen von wolfsabweisenden Zäunungen praxisnah zu informieren.

Auf dem Veranstaltungsgelände erwarten Sie verschiedene Stationen:

• Mobile Zäunung – Einsatzmöglichkeiten, Nutzen und Grenzen • Aufbau, Elektrifizierung & Erdung ortsfester Drahtzäunungen • Vorführung maschineller Mäh- und Mulchtechnik zum Zaununterhalt • Fördermöglichkeiten und Informationen zum Antragsverfahren

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung wird unterstützt von den Bezirksstellen der LWK Niedersachsen, den örtlichen Försterinnen und Förstern sowie den Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Michael Sluiter unter der Telefonnummer 0441 801-631 gerne zur Verfügung.

Ihr Landvolk-Team

14.08.2025
Probleme Erreichbarkeit Standort Verden

Bitte im Sekretariat anrufen

Einige Telefonanbieter haben aktuell das Problem, unsere Telefonnummer und vor allem die Durchwahlen zu unseren Kollegen in Verden richtig zu verarbeiten. Somit erhalten Sie beim Anrufen die Ansage: Die gewählte Nummer ist nicht vergeben. Bei anderem Anbieter funktionieren die Durchwahlen problemlos.

Unsere Hauptnummer +49 4231 92630 für das Sekretariat Frau Lüning ist bei allen Anbietern verfügbar. Bitte rufen Sie, falls das Problem bei Ihnen auftritt, unter dieser Nummer an, Frau Lüning wird Sie dann weiterleiten.

Unser Telefonanbieter arbeitet mit den anderen Anbietern an einer Lösung.

Aktuelles aus dem Landesverband

19.12.2025
Geflügelfleisch beim Verbraucher beliebt
Geflügel

(AMI/MEG) Im Laufe des Dezembers wurden auch wieder viele Ausbrüche der Aviären Influenza in Deutschland gemeldet. Das Interesse der Verbraucher war zu Anfang des Monats noch etwas verhalten, nahm jedoch zu, je näher das Weihnachtsfest rückte. Für die Feiertage wird Geflügelfleisch für die geselligen Raclette- und Fondueeinladungen geschätzt. Auf Ladenstufe wurden diese Geflügelprodukte entsprechend beworben. Die Schlachtereiabgabepreise für lose gehandeltes frisches Hähnchenbrustfilet gaben Anfang Dezember im Schnitt etwas nach, stabilisierten sich dann aber. Bei Lieferung an den LEH dominierten stabile Preise. Jüngste Verhandlungen zwischen Schlachtereien und Erzeugergemeinschaften zogen leicht niedrigere Auszahlungspreise nach sich.

Nach wie vor ist der Putenmarkt stark durch die Ausfälle der Aviären Influenza betroffen. Ein reduziertes Angebot aus deutscher Schlachtung traf auf eine stetige Nachfrage. Die Großhandelspreise zogen an, teils auch die Preise im SB-Sektor. Die Althennenpreise blieben im Dezember weitgehend unverändert. Die Nachfrage gab etwas nach.

19.12.2025
Bundestag beschließt Erhöhung von Entschädigungen
Geflügel

Am gestrigen Abend (18.12) hat der Bundestag den Gesetzesentwurf zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes beschlossen. Für die Geflügel-Branche bedeutet das: der Höchstsatz für Entschädigungen im Seuchenfall wird rückwirkend zum 1. Oktober 2025 von 50 Euro auf 110 Euro pro Tier angepasst, was besonders für die Halter von Eltern- und Großelterntieren bei Gänsen, Puten und Enten von Bedeutung ist. Der Deutsche Bauernverband und das Landvolk begrüßen die beschlossene Erhöhung. Die Anpassung trägt den besonderen Herausforderungen der Geflügelhaltung Rechnung, insbesondere bei wertvollen Zuchtbeständen wie Gänsen und Puten. Die bisherigen Entschädigungssätze haben sich als nicht ausreichend erwiesen, um die existentiellen Risiken im Seuchenfall angemessen abzufedern. Die deutliche Anhebung des Höchstsatzes pro Tier ist daher ein wichtiger und notwendiger Schritt.

19.12.2025
DBV-Situationsbericht: Gewinne stagnieren
Geflügel

Die wirtschaftlichen Ergebnisse in der deutschen Landwirtschaft verharren laut dem aktuellen Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes auf Vorjahresniveau. Haupterwerbsbetriebe erzielten im Wirtschaftsjahr 2024/25 durchschnittlich 78.500 Euro je Betrieb. DBV-Präsident Joachim Rukwied warnt vor zunehmendem Druck durch sinkende Erzeugerpreise und steigende Lohnkosten: „Die Einkommen reichen nicht aus, um Arbeit, Kapital und Boden angemessen zu vergüten.“ Er fordert entschlossene politische Reformen, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, Bürokratie abzubauen und Leistungen für Klima-, Biodiversitäts- und Tierwohl angemessen zu honorieren. Ohne diese Maßnahmen drohe ein beschleunigter Strukturwandel und Investitionsstau im ländlichen Raum.

Den aktuellen Situationsbericht finden Sie hier: https://www.situationsbericht.de/

19.12.2025
Öko-Basisrecht enthält Änderungen für Geflügelhaltung
Geflügel

Am 16. Dezember 2025 hat die EU-Kommission einen Verbesserungsvorschlag der Öko-Basisverordnung (EU) 2018/ 848 veröffentlicht. Wichtige Anpassungen der Produktionsvorschriften gibt es darin für Öko-Geflügel mit der Abschaffung der Mindestwartezeiten von 8 Stunden bei Parasitenbehandlungen und der Befreiung des Junggeflügels von der Auslaufpflicht. Es wird klargestellt, dass sich die 1.600 m²-Grenze nur auf die maximale Größe der Stallgebäude bezieht und keine Begrenzung der Unternehmensgröße in der Geflügelmast darstellt. Außerdem gibt es eine aus deutscher Sicht irrelevante Anpassung der Umstellungsregeln für die Wachtelproduktion. Weitere Maßnahmenvorschläge betreffen die Abschaffung der Positivliste für Reinigungs- und Desinfektionsmittel, vereinfachte Regeln für Kleinerzeugergruppen und eine Verlängerung der Frist für Äquivalenzvereinbarungen bei Importen bis 2036. Außerdem wird die EU-Öko-Logo-Nutzung an die Vorgaben des „Herbaria“-Urteils des EUGH angepasst. Mit dem Vorschlag versäumt es die EU-Kommission, etwas Substanzielles für die anderen Öko-Tierhalter zu verbessern.

19.12.2025
Vogelgrippe in Europa: Rekordzahlen
Geflügel

(EFSA) Zwischen dem 6. September und 28. November 2025 wurden laut dem aktuellen EFAS Quartalsbericht 2.454 Ausbrüche bei Wildvögeln und 442 Fälle von hoch-pathogener aviärer Influenza (HPAI) bei Hausvögeln in 29 europäischen Ländern gemeldet. Besonders betroffen sind Wasservögel und Kraniche, die eine hohe Sterblichkeit zeigen. Die Ausbreitung wird vor allem einer neuen HPAI-A(H5N1) -Variante zugeschrieben. Der starke Anstieg der Fälle könnte auf eine fehlende Immunität der Wildvogelpopulationen oder eine erhöhte Übertragbarkeit zurückzuführen sein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Verbreitung bei Wildvögeln auf einem hohen Niveau bleiben wird, mit einem voraussichtlichen Rückgang gegen Ende des Winters. Die Übertragung auf Nutzgeflügel erfolgt überwiegend durch indirekten Kontakt mit Wildvögeln. Zu den Faktoren, die zum Anstieg der Fälle beitragen, gehören die Übertragung durch Wildvögel, der Infektionsdruck durch stark kontaminierte Umgebungen in der Nähe von Geflügelbetrieben und bestimmte Wetterbedingungen wie Feuchtigkeit. Experten empfehlen dringend Geflügel in betroffenen Regionen aufzustallen und die strengen Biosicherheitsmaßnahmen und verstärkte Überwachung umzusetzen.

Quelle: https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/2025-12/AI%20Report%20XXXV.pdf

18.12.2025
Geringerer Fleischverzehr in der EU erwartet
Geflügel, Milch und Rind

(AMI) – Laut aktuellen Daten der EU-Kommission wird in den nächsten zehn Jahren ein leichter Rückgang des Fleischverzehrs in der EU erwartet. Von 2025 bis 2035 wird mit einer Abnahme um 1,3 % auf gut 45 kg pro Kopf gerechnet.

Dieser allgemeine Rückgang dürfte mit einer Veränderung des Konsumverhaltens einhergehen. Dabei setzt sich der Trend weg von Rind- und Schweinefleisch hin zu Geflügel fort. Der Fleischverzehr wird zudem von den Sorgen der Konsumenten hinsichtlich der Umwelt und des Klimawandels beeinflusst. Dies dürfte dazu führen, dass Produktionsprozesse und -stätten stärker in den Fokus rücken, und beispielsweise verstärkt auf regionale Beschaffung sowie eine klimafreundliche Herstellungsweise geachtet wird. Auch gesundheitliche Aspekte könnten die Verbraucher dazu veranlassen, weniger tierische Proteine zu konsumieren.

Die EU-Kommission erwartet eine Zunahme von Fleischalternativen, deren Marktanteil jedoch weiterhin gering bleiben dürfte. In den nächsten zehn Jahren wird in kultiviertem Fleisch keine große Konkurrenz für die tierischen Originalprodukte gesehen. Dies dürfte einerseits an der mangelnden Akzeptanz der Verbraucher und andererseits an den vergleichsweise hohen Preisen für Fleisch aus dem Labor und den hohen regulatorischen Anforderungen liegen.

18.12.2025
Kommissionsvorschlag Öko-Basisrecht bringt lediglich bei Bio-Geflügel Entlastung
Öko-Landbau

(DBV) Am 16. Dez. hat die EU-Kommission den im Som­mer angekündigten Änderungsvorschlag zur Verbesserung der Öko-Basisverordnung (EU) 2018/848 veröffentlicht. Verbesserungen der Produktionsvorschriften soll es nur für Öko-Geflügel geben mit der Abschaffung der Min­destwartezeiten bei Parasitenbehandlungen und der Befreiung des Junggeflügels von der Auslaufpflicht. Es wird klargestellt, dass sich die 1.600 m²-Grenze nur auf die maximale Größe der Stallgebäude bezieht und keine Begrenzung der Unternehmensgröße in der Geflügelmast darstellt. Außerdem gibt es eine aus deutscher Sicht irrelevante Anpassung der Umstellungsregeln für die Wachtelproduktion. Weitere Maßnahmenvorschläge betreffen die Abschaffung der Positivliste für Reinigungs- und Desinfektionsmittel, vereinfachte Regeln für Kleinerzeugergruppen und eine Verlängerung der Frist für Äquivalenzvereinbarungen bei Importen bis 2036. Außerdem wird die EU-Öko-Logo-Nutzung an die Vorgaben des „Herbaria“-Urteils angepasst. Mit dem Vorschlag versäumt es die EU-Kommis­sion, etwas wirklich Substanzielles für die meis­ten Öko-Tierhalter zu verbessern. Insbesondere fehlen Verbesserungen für die Milchviehbetriebe beim Weidegang. Hier werden strukturelle Gründe sogar nochmals explizit abgelehnt. Aber auch für Ausnahmen von der Weidepflicht aus gesundheitlichen Gründen – wichtig v. a. bei hohem Parasitendruck für Milchziegen und -schafe sowie Kälber nach der Tränkephase – wird keine „physiologische“ Begründung eingeführt. Das wäre bspw. mit einer kleinen Ergänzung im Anhang II Teil II 1.7.3 leicht möglich gewesen. Leer gehen auch die Schweine- und Rindermastbetriebe in der Frage der Teilüberdachung aus. Aus Tierwohl- und Umweltgründen böte das Wording „überwiegende“ Überdachung eine rechtssichere Lösung. Aufgrund der sehr engen Auslegung der aktuellen Öko-Basisverordnung sind bis Ende September über 350 Betriebe aus der Öko-Milchvieh- und Rinderhaltung ausgestiegen, da sie die nachträglich verschärften Weide-Anforderungen nicht mehr erfüllen können. Weitere werden folgen, wenn es nicht zu rechtlichen Anpassungen kommt. Auch in anderen EU-Staaten ist die Zahl der Öko-Milchviehbetriebe in den letzten Jahren um 10% und mehr zurückgegangen. Für sehr viele Schweinehalter ist eine ähnliche Entwicklung in den nächsten Jahren zu erwarten, wenn auch hier praxisferne Regelungen durchgesetzt werden sollen. Die Kommission verschiebt nun Verbesserungen für die Öko-Tierhaltung auf ge­änderte Auslegungen bestehender Rechtstexte im Rahmen der FAQ-Kataloge des Kommissions­referates Organic Farming. In der ebenfalls diese Woche veröffentlichten Roadmap wird dies für das erste Halbjahr 2026 angekündigt. Es gibt dabei keine substanziellen Aussagen zur Richtung der Korrekturen. Das zuständige Kommissionsreferat ist für rigide Auslegungen berüchtigt

18.12.2025
Reichlich Bio-Hafer
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Die Geschäfte mit Hafer sind im November deutlich abgeflaut. Mühlen und Verarbeiter haben sich in und nach der Ernte ausreichend mit Ware eingedeckt. Etwas dynamischer ist es bei den anderen Kulturen – vor allem der Dinkel- und Roggenmarkt haben sich belebt. Bei Dinkel passen Angebot und Nachfrage gut zusammen. Die Weizenqualitäten streuen in diesem Jahr deutlich. Zwar sind sämtliche Qualitätsstufen erstmal verfügbar, allerdings stützt der Futtermarkt die Preise im unteren Qualitätsbereich.

18.12.2025
Höhere Preise für Bio-Futtermittel
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Das Angebot an Bio-Futtergetreide, Bio-Mais und weiteren Eiweißträgern ist in der aktuellen Saison übersichtlich. Jetzt sind die Mühlen noch gedeckt, aber ab der zweiten Saisonhälfte deutet sich eine knappere Versorgung an, die von weiteren Preissteigerungen begleitet werden dürfte. Im Durchschnitt über alle Anbaugebiete Deutschlands ist das Futterangebot in der diesjährigen Ernte gering.